Gruppenbild aller JTC Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Was ist denn JTC?

Das JTC - Just Transition Center - ist ein zentraler Baustein zur Umsetzung der Vision des Strukturentwicklungsprogramms (SEP) des Landes Sachsen-Anhalt bis 2038. Just Transition bedeutet in diesem Zusammenhang „gerechter Übergang“. Ziel ist es, das Mitteldeutsche Revier in Sachsen-Anhalt zu einer innovationsstarken und lebenswerten Region zu entwickeln – für Familien ebenso wie für Fachkräfte und Unternehmen.

Im Mittelpunkt stehen dabei eine nachhaltige und zukunftsfähige Wertschöpfung mit attraktiven, sicheren und gut bezahlten Arbeitsplätzen sowie einer starken Verbindung von Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung. So kann das Mitteldeutsche Revier langfristig an Strahlkraft gewinnen – weit über seine Landesgrenzen hinaus.

Das JTC beschäftigt sich mit den Fragen von übermorgen: Wie kann der Übergang zu einer gerechten, nachhaltigen und klimaneutralen Gesellschaft gelingen? Wissenstransfer ist dabei ein wechselseitiger Prozess. Wissenschaftliche Erkenntnisse fließen in praktische Innovationen ein, während Erfahrungen aus der Praxis wiederum in die Forschung zurückgespielt werden.

Ein besonderer Ansatz des JTC ist die enge Einbindung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Sie ist direkt vor Ort als aktiver Teil des Prozesses präsent. Die vier Regionalstandorte des JTC ermöglichen einen direkten Austausch zwischen lokalen Akteur:innen und Wissenschaftler:innen. Das regionale Büro des sogenannten Revierscouts fungiert dabei als Anlaufstelle und Schaltstelle für den Wissenschaftstransfer. Hier finden unter anderem Beratungen, Workshops und Vor-Ort-Forschungen statt:

Karte der JTC-Regionen: Halle (Saale), Saalekreis, Mansfeld-Südharz, Anhalt-Bitterfeld, Burgenlandkreis

Kontakt Revierscout Mansfeld-Südharz:

Thomas Ernst

Lindenstraße 38d, 06295 Lutherstadt Eisleben

E-Mail: thomas.ernst@jtc.uni-halle.de

Im Web: https://jtc.uni-halle.de/revierscouts/msh/

Thomas Ernst, JTC-Revierscout für Mansfeld-Südharz

JTC-Projekte in Mansfeld-Südharz

lost places (auch) in Mansfeld-Südharz

Was passiert in Gebäuden, die nicht mehr genutzt werden – aber auch noch nicht verschwunden sind? Leerstände im Strukturwandel sind mehr als brachliegende oder stillstehende Orte, mehr als bloße Schandflecken oder Kapitalisierungsversprechen: Sie sind emotionale, soziale und politische Zwischenräume. Das JTC-Projekt von Cheyenne Wolf beleuchtet ambivalente Potenziale von lost places ("verlorenen Orte") zwischen Erinnerung, Aneignung und Ausschluss. Dafür untersucht Cheyenne verlorene Orte in Mansfeld-Südharz, Anhalt-Bitterfeld und im Burgenlandkreis.

Pilot Lab Bildungsinnovation im ländlichen Raum

Wie kann lebenslanges Lernen im ländlichen Raum gelingen? Das JTC-Projekt von Jenny Steinhorst entwickelt Lösungen, um vorhandene Bildungsinfrastrukturen in Mansfeld-Südharz durch lokale Netzwerke und innovative Formate besser zu nutzen. Zusammen mit dem Wissensspeicher MSH, dem Zentrum für Sozialforschung Halle e.V. und der Kreisvolkshochschule Mansfeld-Südharz werden gemeinsam mit der Bevölkerung Ideen für Bildungsangebote in Mansfeld-Südharz erarbeitet. Das Pilot Lab zielt darauf ab, bestehende Bildungsinfrastrukturen im ländlichen Raum zu beleben und nachhaltig nutzbar zu machen.

Errichtung eines Lehr- und Forschungsbergwerks am Röhrigschacht in Wettelrode

Von der Nutzung alter Halden bis zur Wiederbelebung der Förderung von Kupfer, Kobalt und Co. – dieses Potenzial im südlichen Sachsen-Anhalt kann genutzt werden. Dazu braucht es Wissen um die vorhandenen Ressourcen, deren Beschaffenheit, Verarbeitung und Recycling. Unter der Leitung von Ralf Halama wird dabei gemeinsam mit den Projektpartnern Stadt Sangerhausen, Erlebniszentrum Bergbau Röhrigschacht, Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt, Landkreis Mansfeld-Südharz, Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau Verwaltungsgesellschaft, Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz und Betreuungsforstamt Harz die Planung des Lehr- und Forschungsbergwerks vorangetrieben.

CO₂-Speicherung und Bodenrekultivierung durch Recycling mineralischer Reststoffe

Das Team unter der Leitung von Mathias Stein erforscht unter anderem im Tagebau Amsdorf, wie Eisenhydroxidschlämme aus Braunkohletagebauen zur Rekultivierung von Kippenböden genutzt werden kann.Braunkohletagebau greift weltweit in natürliche Landschaften ein. Fruchtbare Böden verlieren ihre Funktionen und müssen kostenintensiv rekultiviert werden. Zudem führt saures Grubenwasser häufig zur Bildung von Eisenhydroxidschlämmen (EHS), deren Entsorgung teuer ist. Das JTC-Projekt möchte beide Herausforderungen angehen, indem es EHS zur Rekultivierung von Kippenböden nutzt.

Entdecke die Vielfalt der JTC-Forschung

Das JTC bündelt eine außergewöhnlich breite und interdisziplinäre Forschungslandschaft zum sozial-ökologischen Strukturwandel. Von Teilhabe, Bildung, Migration und Governance über kulturelle, rechtliche und ökonomische Fragen gerechter Übergänge bis hin zu material-, natur- und ingenieurwissenschaftlicher Forschung zu Rohstoffen, neuen Materialien, Klimaschutztechnologien und nachhaltiger Normung reicht das Themenspektrum. Gemeinsam ist allen Projekten der enge Bezug zur Praxis: Regionale Akteur:innen werden aktiv eingebunden, gesellschaftliche Herausforderungen vor Ort aufgegriffen und wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Lösungsansätze überführt. So verbindet das JTC soziale, kulturelle, technologische und rechtliche Perspektiven zu einem umfassenden Forschungsansatz für eine gerechte und nachhaltige Transformation.

Details zu allen Forschungsprojekten findest du hier.

JTC Projektüberblick

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